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Bei Planungsbeginn
verständigten Baufamilie und Architekt sich auf diesen Zielkatalog:
hohe Gesundheits- und Umweltverträglichkeit
Niedrigenergiebauweise
hohe Wirtschaftlichkeit
dorfgerechte und zeitgemäße Bauformen
Für die
Planung und den Bau ergaben sich daraus folgende Maßnahme-Pakete:
Integriertes
Energiekonzept
Außenwände und Dachflächen mit sehr hoher Wärmedämmung, Gewächshaus
zur Nutzung der Sonnenwärme. Gasheizkessel mit Brennwert-Technik,
Warmluft-Zenralheizung mit Wärmerückgewinnung. Gemauerter
Ofen im Wohnbereich als Zusatzheizquelle für die Übergangszeit.
Mit einem jährlichen Heizenergiebedarf von 1.900m³ Gas bzw.
69 kWh je Quadratmeter Wohnfläche ist das Gebäude ein echtes
Niedrigenergiehaus.
Bevorzugung
gesundheits- und umweltverträglicher Baumaterialien
Tragendes Holzskelett in traditioneller Fachwerkkonstruktion,
vom örtlichen Zimmermann erstellt; Wärmedämmung in Außenwänden
und Dach mit 18 cm Steinfaserplatten, Ausmauerung der Innenwände
mit Kalksandstein, Fußböden mit Fließen- und Holzdielenbelag,
nur einheimische Hölzer, Kalkfarbe für die Innenwände, Naturharz
für die Schalung der Außenwände (hat sich sehr gut gehalten).
Grundrissgestaltung
Wenn die Kinder groß sind, kann das “Kinderhaus” als 2-Zimmerwohnung
abgetrennt und separat vermietet werden - die zweite Haustüre
ist bereits vorhanden. Im Dach sind zwei Arbeitszimmer: eins
für die Lehrerin und eins für den Hausherrn, der Schlafplatz
der Eltern liegt ganz oben unter dem Dachfirst. Eine Minimierung
der Verkehrsfläche und der Abstellräume ermöglichte Einsparungen
zugunsten des großzügigen Gewächshauses.
Dorfgerechte
Gebäudegestaltung
Das Grundstück liegt am Übergang zwischen altem Ortskern und
Neubaugebiet. Daher wurde ein gegliederter Baukörper mit hochformatigen
Fenstern, steilem Satteldach und Biberschwanzdeckung geplant.
Der Baukörper gliedert sich in vier Teile: unterkellertes
Haupthaus, später abteilbares eingeschossiges “Kinderhaus”,
zur Morgensonne orientiertes Wohngewächshaus, überdachte Stellplätze
mit Geräteraum.
Regenwasseranlage
Sammlung des Dachwassers in zwei unterirdischen Behältern
mit zusammen 24m³ Fassungsvermögen, automatische Pumpe mit
Filtern im Keller. separates Brauchwasser-Leitungsnetz für
die Klospülung, die Waschmaschine und die Gartenbewässerung.
Hohe
Wirtschaftlichkeit bei “normalen” Baukosten
Die “reinen Baukosten” betrugen, umgerechnet auf 2001: für
das Wohngebäude mit Stellplatz-Anbau rund 375.000 EUR und
für das Wohngewächshaus 65.000 EUR, zusammen also 440.000
EUR, schlüsselfertig und einschließlich Wert der Eigenleistungen.
Das sind, bezogen auf das Wohnhaus mit Carport (ohne Gewächshaus),
rund 1.400 EUR je m² Wohn- und Nutzfläche oder 285 EUR je
m³ unbebauter Raum (Bruttorauminhalt). Diese Beträge sind
vergleichsweise günstig, verglichen mit den durchschnittlichen
Kosten eines “normalen” Neubaus.
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